Safran-Schokoladekuchen


Safranschokoladekuchen

Abgesehen von Spezialkuchen und -torten wie Osterkuchen, Heidelbeerkuchen, Bündner Nusstorte, etc. unterteile ich das, was ich an Kuchigem im allgemeinen so backe, in zwei Sorten: Kuchen, deren Masse zur Hauptsache aus Nussmehl und schaumig geschlagenen Eiern besteht und solche, die das gleiche mit Mehl und Backpulver hinkriegen. Der Rest besteht aus einer Variation von verschiedenen Zutaten wie Schokolade, Gewürzen, Nüssen, etc., die dann den Kuchen zu dem machen, was er ist.

Warum der ganze Sermon? Weil ich letzthin das gefühlte 20. Rezept für einen neuen Schokoladekuchen ausprobiert hatte. Getönt hatte es beim Lesen nach der Mutter aller Schokoladekuchen, mit viel von der namensgebenden Zutat drin, plus geröstete Haselnüsse. Rausgekommen ist:  bloss ein weiterer Schokoladekuchen – durchaus gut zwar, feucht, sehr schokoladig, aber eben…  Dann kam mir die Idee, das Rezept abzuändern. Statt die Haselnussmasse mit flüssiger Schokolade braun zu machen – machen wir sie doch gelb! Safran ist neben Zimt und einigen Doldenblütler-Samen wie Fenchel oder Anis meiner Meinung nach eines der wenigen Gewürze, die sich auch für eine süsse Anwendung eignen.

Schon der erste Wurf war ziemlich genau so rausgekommen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Gelb, Safrangeschmack, Schoggimocken, geröstete Haselnüsse drin – hier geht’s zum Rezept.

Schon probiert? Chopfab hell


Chopfab hell

Meine erste Begegnung mit dem Chopfab-Gerstensaft im Februar 2013 war zwiespältig und hinterliess einen „so wird das nichts“-Eindruck. Seit kurzem findet man das Bier bei Coop. Erfreut stelle ich fest: da ist viel passiert in der Zwischenzeit.

Grössten Respekt vor dem einen der Initianten der Brauerei Doppelleu in Winterthur hatte ich schon damals, bei dieser ersten Begegnung. Ich war an einer privaten Geburtstagsparty eingeladen, und irgendwann im Verlaufe des Abend wurde das Bier präsentiert und die Geschichte erzählt, wie es dazu gekommen war. Genug vom Job und seinem engen Gewand gehabt, Familienvater, trotz aller Verpflichtungen den Job an den Nagel gehängt, zusammen mit einem Partner die nötigen Apparaturen eigenhändig aus einer in Holland liquidierten Brauerei importiert, in Winterthur zusammen mit einem Braumeister eine Brauerei eingerichtet. In diesem hart umkämpften Markt? Klein- und Kleinstbrauereien, von denen jede versuchte, sich ein Stück des Kuchens zu ergattern? Das brauchte sehr viel Mut, und wohl auch eine Portion Leichtsinn.

Bei den ersten beiden probierten Bieren hatte ich ein ungutes Gefühl. Mit sowas würden sie den schweizerischen Durchschnittsgeschmack nicht treffen, und fürs erste war meine Lust auf ein weiteres Bier dieser Marke gestillt. Eine nächste Chance gab ich ihm im Sommer, in einer Bar im Niederdorf – und war angenehm überrascht.

Etwas mehr als ein Jahr später plötzlich bei Coop erhältlich

Und nun, vor zwei Wochen im Coop in meiner Wohngemeinde, sehe ich plötzlich ein Sechserpack im Regal stehen. Zwei verschiedene Sorten, um genau zu sein. Und noch in Halblitergrösse als Lagerbier in der Dose. Das ganze zu einem absolut konkurrenzfähigen Preis. Ich schnappte mir ein Sechserpack des „Chopfab hell“, in der Meinung, wird wohl so ein Bier sein.

Eine Woche stand es danach noch im Keller. Vorgestern habe ich das erste probiert. Mir fiel die Kinnlade hinunter: was für ein Bier! Wunderbare Würze, aromatisch im Abgang, perlte schön, nicht zu bitter – genau nach meinem Geschmack. Man fragt sich, warum andere das noch nicht hinbekommen haben. Mein Entscheid auf alle Fälle ist klar: in Zukunft „Chopfab hell“.  Ich hoffe, die Produkte der Bierbrauer aus Winterthur schaffen es dauerhaft in die Coop-Regale. Und dass sie diese Qualität auch bei grossen Mengen beibehalten können.

Restaurant Hirzel Höchi: „Nez rouge“ für die letzten Gäste


Hirzel Hoechi

Wir hatten immer gedacht, das Restaurant sei geschlossen. X mal waren wir daran vorbeigeradelt, -gewandert und gefahren, aber irgendwie sah dieses Haus immer etwas heruntergekommen aus und nichts hatte je darauf hingedeutet, dass das Restaurant noch in Betrieb war. Dass dem nicht so war, erfuhren wir erst im Februar 2014 – und waren seither immer wieder mal da.

Die Eröffnung unter neuer Führung war im Lokalblatt angekündigt worden, also dachten wir uns an einem miesepetrigen Sonntag im Februar, gehen wir mal schauen. Einen Kaffee trinken, Augenschein vor Ort nehmen, Speisekarte inspizieren.

Es roch nach frischer Farbe, der Boden war frisch geschliffen worden, alles sah sehr ordentlich aus, die Speisekarte hatte die richtige Grösse und die richtigen Speisen, die Weinkarte sah vernünftig aus – eine gemütliche Landbeiz, wie sie im Buche steht. Da half nur hingehen.

Anfang Mai war es soweit. Die ausgesprochen nette Bedienung Anna beriet uns bestens. Einmal Wienerschnitzel mit Bratkartoffeln, einmal Rindshuft mit den gleichen Beilagen. Der “Insoglio del cinghiale” war wie immer ein sicherer Wert. Mein Wienerschnitzel war schön goldbraun gebraten, die Kartoffeln hatten noch etwas Biss, der Teller war insgesamt schön arrangiert – so wird in den wenigsten Landbeizen serviert.

Ausgesprochen locker war auch die Atmosphäre im Lokal. Die meisten Tische waren besetzt, hinter uns an einem Vierertisch feierte ein an seinem typischen Akzent erkennbarer Holländer seinen (schätzungsweise ca. 60.) Geburtstag. Wir kamen alsbald mit ihm ins Gespräch, wechselten manches freundliche Wort mit ihm und seinen Begleitern und zuguter letzt offerierte er mir sogar noch eine Heimfahrgelegenheit nach Horgen. Ich war in der Absicht hergekommen, das Auto hier stehen zu lassen und entweder zu Fuss in einer knappen Stunde nach Hause zu gehen oder spätestens den letzten Bus um 23.36 Uhr zu nehmen.

Doch soweit sollte es gar nicht kommen. Als bei unseren Nachbarn Aufbruchstimmung ausbrach, war es bei mir und meinem Begleiter noch nicht soweit. Um 22.30 Uhr – wir waren die letzten Gäste – war auch klar, dass ich den zweitletzten Bus nicht mehr erwischen würde. Um 23 Uhr würde das Restaurant schliessen – und dann? Noch eine gute halbe Stunde warten? Und wie kamen der Koch und die nette polnische Bedienung, die heute ihren letzten Arbeitstag hatte, runter? Beide mussten sie nach Horgen. Na, wenn das keine Win-Win-Situation war: die waren bestimmt beide nüchtern und fahrtüchtig. Kurz in der Küche nachgefragt und so machten wir es dann auch. Ein herrlicher Abend mit Erinnerungscharakter: gutes Essen, schönes Lokal, netter Abend, ausserordentliche Heimreise. Hier war ich nicht das letzte Mal.

Schon probiert? Haselnusscake der Kartause Ittingen


Klostercake

Bei Licht besehen: ein Haselnusscake mit Schokoladesplittern. Und Marzipan, sagt die Etikette. Ewig haltbar, also auch als Geschenk sehr geeignet. Wird aber nie wirklich alt, selbst im Einpersonenhaushalt nicht. Wer ihn einmal angeschnitten hat, schneidet sich täglich ein Stück ab. In spätestens zehn Tagen ist er also Vergangenheit.

Wer es jemals nach Mostindien in die Gegend des Kantonshauptorts Frauenfeld schafft: unbedingt hingehen, zur Kartause Ittingen. Ab Bahnhof Frauenfeld ist der stattliche Gutsbetrieb per pedes im lockeren Wandertempo ausserdem innert weniger als einer Stunde zu erreichen. Dort angekommen wartet der Klosterladen mit Produkten wie Käse, Würsten, Wein und – nicht zu vergessen – dem bekannten Bier, das zwar nicht dort produziert wird, aber immerhin den Hopfen als Würze dazu liefert.

https://www.kartause.ch

 

Tag der offenen Weinkeller/Restaurantbesuch in Bad Osterfingen


Roetiberg

Zum wiederholten Mal öffnen Weinkeller in der ganzen Schweiz in den ersten Maitagen ihre Pforten, damit interessierte Besucher nicht nur haufenweise Fragen zu Anbau und Produktion stellen , sondern die Produkte auch noch degustieren und und sich vor Ort verpflegen können. Bereits besucht hatten wir in den letzten Jahren Eglisau, einige Zürichseegemeinden und das Klettgau. Diesmal fiel unsere Wahl auf die Schaffhauser Gemeinden Wilchingen und Osterfingen.

Mehrmals in den vergangenen Jahren hatten wir auch versucht, endlich wieder einmal dem Restaurant „Bad Osterfingen“ einen Besuch abzustatten. Bei jedem Spontanbesuch waren wir angebrannt. Entweder verhinderten gerade Betriebsferien oder Wirtesonntag oder sonst etwas unser Vorhaben. Aber diesmal hatten wir nicht nur Glück, sondern vorgängig sichergestellt, dass dieser wunderbare Landgasthof mit seinem köstlichen Essen am 1. Mai geöffnet war – und einen Tisch reserviert.

Start war um 11 Uhr in Wilchingen, vor dem Mittagessen wollten wir noch einen Produzenten besuchen. Unser Weg führte uns geradewegs ins modern gestylte Degustationslokal des Weinguts Rötiberg, das nicht nur mit schnörkellos-edlen Flaschenetiketten in schwarz und gold aufwartete, sondern auch sehr gute Weine produziert.

Keller Osterfingen

Nach dem Mittagessen ging’s weiter mit einem kurzen Abstecher in den Keller des Restaurants Bad Osterfingen und fruchtbetonten, weissen Assemblagen bei Hedinger in Wilchingen. Unglaublich, was dieses Böden an fruchtigen Weissweinen hervorbringt.  Bezüglich Rotweinen ist das Klettgau noch immer hauptsächlich Blauburgunderland – Pinot noir den ich bis heute noch jedem doppelt bis dreimal so teuren Burgunder vorziehe. Aber auch andere Gewächse wie Dornfelder, Regent oder Cabernet Jura sind in den letzten Jahren vermehrt hier aufgetaucht.

Der letzte Abstecher des Tages führte uns nach Trasadingen, zu Rüedi, der nicht nur Weine produziert, sondern einen stattlichen Eventbetrieb mitten im Dorf aufgebaut hat. Schlafen im Fass? Wäre ich jetzt nicht auf die Idee gekommen, kann man da aber machen. Ob einem die Dämpfe im Fass wohl einen besonders ruhigen Schlaf bescheren? Wir werden es wohl nie erfahren. Wir waren aber wegen der Weine dort, geblieben ist mir v.a. der Kerner, eine Traubensorte, die ich zwar dem Namen nach kannte, aber noch nie probiert hatte. Blumig, fruchtig, trocken ausgebaut – ein herrlicher Apérowein.

Damit war der Tag dann auch schon vorbei. Wir kommen wieder – keine Frage!