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Wo geht’s hier zum Original? Bündner Gerstensuppe


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Sie ist ein währschafter Kamerad, die Bündner Gerstensuppe. Und mit Rollgerste, Fleisch und verschiedenem Gemüse drin nicht bloss eine Vorspeise, sondern eine vollwertige, nahrhafte Hauptmahlzeit. Einmal mehr würde mich interessieren, ob es für diesen Klassiker aus Graubünden ein Originalrezept gibt. Es wird wohl sein wie meistens: Dutzende Varianten, ein paar Komponenten aber sind allen gemeinsam.

Machen wir uns also auf die Suche nach den Überschneidungen. Zuallererst: Gerste, logischerweise. Punkto Gemüse hat sich folgendes ergeben: Karotten, Sellerie und Lauch finden sich in fast  jedem der zu Rate gezogenen Rezepte. Einige erwähnen auch noch Kartoffeln, Kohl oder Bohnen, aber da sind wir bereits bei den Varianten.

Fleisch: bei einem der gefundenen Rezepte wird geräuchertes Schweinsrippli verwendet, bei einem anderen Bündnerfleischanschnitte, wieder ein anderes verwendet  Rohschinken, ein viertes Speck. Erlaubt ist, was gefällt. Kalbsfüsschen findet man gelegentlich als Dreingabe.

Nach der Recherche ist für mich klar: Bündner Gerstensuppe  weiterhin so machen wie ich es gelernt habe, einzig erweitert um (original!) Sellerie. Die Knolle wäre eigentlich schon früher Bestandteil meines Rezepts gewesen, aber ich habe sie aussen vor gelassen, weil ich ihren Geschmack bis vor ein paar Jahren noch nicht mochte. Inzwischen habe ich jedoch via Petersilienwurzel, die ihr geschmacklich ähnelt, zur Sellerie gefunden. Also rein damit. Und beim Fleisch: ich hatte seit jeher Rippli verwendet, geräuchert muss sein, nur Bündnerfleisch allein reicht meines Erachtens geschmacklich nicht. Ergo: weiterhin geräuchtertes Schweinsrippli verwenden.

Hier geht’s zum Rezept.

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Schon probiert? Chopfab hell


Chopfab hell

Meine erste Begegnung mit dem Chopfab-Gerstensaft im Februar 2013 war zwiespältig und hinterliess einen „so wird das nichts“-Eindruck. Seit kurzem findet man das Bier bei Coop. Erfreut stelle ich fest: da ist viel passiert in der Zwischenzeit.

Grössten Respekt vor dem einen der Initianten der Brauerei Doppelleu in Winterthur hatte ich schon damals, bei dieser ersten Begegnung. Ich war an einer privaten Geburtstagsparty eingeladen, und irgendwann im Verlaufe des Abend wurde das Bier präsentiert und die Geschichte erzählt, wie es dazu gekommen war. Genug vom Job und seinem engen Gewand gehabt, Familienvater, trotz aller Verpflichtungen den Job an den Nagel gehängt, zusammen mit einem Partner die nötigen Apparaturen eigenhändig aus einer in Holland liquidierten Brauerei importiert, in Winterthur zusammen mit einem Braumeister eine Brauerei eingerichtet. In diesem hart umkämpften Markt? Klein- und Kleinstbrauereien, von denen jede versuchte, sich ein Stück des Kuchens zu ergattern? Das brauchte sehr viel Mut, und wohl auch eine Portion Leichtsinn.

Bei den ersten beiden probierten Bieren hatte ich ein ungutes Gefühl. Mit sowas würden sie den schweizerischen Durchschnittsgeschmack nicht treffen, und fürs erste war meine Lust auf ein weiteres Bier dieser Marke gestillt. Eine nächste Chance gab ich ihm im Sommer, in einer Bar im Niederdorf – und war angenehm überrascht.

Etwas mehr als ein Jahr später plötzlich bei Coop erhältlich

Und nun, vor zwei Wochen im Coop in meiner Wohngemeinde, sehe ich plötzlich ein Sechserpack im Regal stehen. Zwei verschiedene Sorten, um genau zu sein. Und noch in Halblitergrösse als Lagerbier in der Dose. Das ganze zu einem absolut konkurrenzfähigen Preis. Ich schnappte mir ein Sechserpack des „Chopfab hell“, in der Meinung, wird wohl so ein Bier sein.

Eine Woche stand es danach noch im Keller. Vorgestern habe ich das erste probiert. Mir fiel die Kinnlade hinunter: was für ein Bier! Wunderbare Würze, aromatisch im Abgang, perlte schön, nicht zu bitter – genau nach meinem Geschmack. Man fragt sich, warum andere das noch nicht hinbekommen haben. Mein Entscheid auf alle Fälle ist klar: in Zukunft „Chopfab hell“.  Ich hoffe, die Produkte der Bierbrauer aus Winterthur schaffen es dauerhaft in die Coop-Regale. Und dass sie diese Qualität auch bei grossen Mengen beibehalten können.