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Torta di ricotta alla Sarda


Torta di ricotta

Thema vorletztes Mal in unserem Weinclub: sardische Weine. Fünf Mitglieder, jeder bringt eine Flasche Wein zum proklamierten Thema mit, der Gastgeber kocht etwas Passendes. Als Dessert hatte er ein Rezept für einen sardischen Ricotta-Kuchen aufgestöbert, bestückt mit in Grappa eingelegten Rosinen. Der war so fein, dass ich ihn nachbacken musste.

So ganz konnte ich es dann natürlich nicht auf dem Rezept bewenden lassen. Als ich es mir zu Gemüte geführt hatte in seiner Ricotta-Feuchtigkeit, befand ich, dass Zitrone ihm doch bestimmt eine feine, sommerliche Frische hinzufügen würde. Passt hervorragend, wie ich mich beim Verzehr des oben abgebildeten Stücks überzeugen konnte.

Hier geht’s zum Rezept.

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Luftiger Gruss aus dem Elsass: Hefegugelhupf à la Ferber


Hefegugelhupf

Der Elsässer, so wird er auch genannt. Ist seines Zeichens ein mit Butter reichlich ausgestattetes Hefegebäck, mit in Gewürztraminer oder Höherprozentigem eingelegten Rosinen bestückt und mit Mandeln verziert. Und schmeckt einfach yummy. Muss aber schnell gegessen werden.

Was dem Italiener der Panettone oder die Colomba di pasqua, ist dem Franzosen der leicht süssliche Elsässer Hefegugelhupf. Bin ich im Elsass, so gehört er genauso zu den Nachhausebringseln wie Baguette und Munster-Käse. Schon beim ersten Besuch in der Gegend war mir aufgefallen, dass so ungefähr jede Bäckerei in den putzigen Orten neben Makronen in diversen Ausführungen Gugelhüpfe in den Schaufenstern ausstellt.

Backen tue ich den Hefegugelhupf schon seit Jahren, das Rezept habe ich aber noch angepasst, nachdem eine elsässische Gugelhupf-Backkoryphäe im Fernsehen ihr Rezept preisgegeben hatte: Christine Ferber macht in Niedermorschwihr offenbar nicht nur Konfitüren, die ihresgleichen suchen und die ihr die Leute aus den Händen reissen, sondern ebensolche unvergleichlichen Hefegugelhüpfe. Dem Vernehmen nach gehen bei ihr Bestellungen aus ganz Frankreich ein.

Ihr Geheimnis: behutsam mit dem Teig umgehen und ihm viel Zeit lassen. Er wird zweimal während zwei Stunden gehen gelassen, bevor er in den Backofen geschoben wird. So schnell mal am Abend macht man keinen Gugelhupf nach ihrer Façon, dazu braucht man schon einen halben Tag Zeit. Seit ich ihn selber nach Madame Ferbers Rezept backe, kann ich allerdings sagen: es lohnt sich, die Geduld dafür aufzubringen, das Resultat spricht für sich.

Hier geht’s zum Rezept.

Was tun bei Schmuddelwetter? Florentiner backen!


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Wegwerfen ist nicht: da war noch je eine halbleere Packung Orangeat und Citronat, die ich für den Deckel einer Torte gebraucht hatte, der gänzlich aus Florentinermasse bestand. Wozu man die beiden kandierten Fruchtschalen sonst noch brauchen kann? Keine Ahnung.

Als ich heute morgen was im Küchenschrank gekramt hatte, fiel mir auf, dass der Inhalt der beiden Packungen so langsam am Vertrocknen war. Was also war naheliegender als das zu machen, was ich bereits beim ersten Mal damit angestellt hatte? Der erste Versuch mit dem Florentinerdeckel war nämlich zu dick geworden. Wegwerfen wäre jedoch schade gewesen, Geschmack und Konsistenz waren absolut tadellos. Also habe ich diesen Deckel mit dem Messer in kleine, rechteckige Stücke aufgeteilt, die dann auch im Nu weggegessen worden waren.

Die restlichen Zutaten habe ich eigentlich auch immer zuhause: Mandelstifte, gehobelte Mandeln, Zucker, Butter, Rahm, Mehl, Honig, Rosinen. Also ran ans Werk, wiederholen wir die Prozedur.

Hier geht’s zum Rezept.

 

Osterkuchen


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Seit Kindsbeinen gehört er zu einem meiner liebsten saisonalen Kuchen: der Osterkuchen. In der Migros gab’s damals und gibt’s noch heute diese mittelgrossen Dinger, die unsere Mutter jeweils um die Osterzeit vom Einkaufen nach Hause brachte. Heute kann der Reigen nicht früh genug beginnen: vor etwa einem Monat habe ich den ersten gesehen, dabei ist Ostern doch erst in etwa einem Monat.

Ich mag seine quarkig-eierige Frische, am liebsten aus dem Kühlschrank. Dass da Reis drin ist, war mir damals wohl noch nicht bewusst. Und wenn ich mich recht erinnere, erkennt man in der Masse auch keine einzelnen Reiskörner, vielmehr wird wahrscheinlich Reismehl verwendet.

Dass er aber eben doch aus Reis besteht, wurde mir beim Verzehr des ersten Osterkuchens bewusst, den jemand selbst gebacken hatte. Der Chefbuchhalter bei einer Stelle, wo ich damals gearbeitet hatte, hatte ihn mitgebracht. An den Schnittstellen waren die aufgeschnittenen Reiskörner bestens erkennbar. Bei meiner Machart sieht man sie nicht: nach dem Einkochen des Rundkornreises mit Milch wird die Masse püriert.

Bis ich selber aufs Backen kam und meinen ersten eigenen Osterkuchen in den Ofen schob, hat es dann wohl nochmals zwei Jahrzehnte gedauert. Seither ist er als Frühlingsvorbote nicht mehr aus meinem Repertoire wegzudenken. Für den ersten der Saison muss ich das Rezept jeweils wieder hervorkramen, danach geht’s auch ohne.

Schade für alle jene, die nicht selber backen, finde ich eigentlich lediglich, dass für sie der Genuss auf die Osterzeit beschränkt bleibt. Er wäre mit seiner zitronigen Frische und dem Quark eigentlich der perfekte Kuchen für den Sommer.

Hier geht’s zum Rezept.

PS: Für Küchenmaschinenbesitzer: Eier trennen lohnt sich nicht. Einfach die ganzen Eier zusammen mit dem Zucker und Salz schaumig schlagen. Die Maschine richtet’s.

PPS: Ich bin dann mal weg. Eine Woche lang ausgiebiges Testessen von Kuchen und anderen Köstlichkeiten in den Bergen.

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