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Torta di ricotta alla Sarda


Torta di ricotta

Thema vorletztes Mal in unserem Weinclub: sardische Weine. Fünf Mitglieder, jeder bringt eine Flasche Wein zum proklamierten Thema mit, der Gastgeber kocht etwas Passendes. Als Dessert hatte er ein Rezept für einen sardischen Ricotta-Kuchen aufgestöbert, bestückt mit in Grappa eingelegten Rosinen. Der war so fein, dass ich ihn nachbacken musste.

So ganz konnte ich es dann natürlich nicht auf dem Rezept bewenden lassen. Als ich es mir zu Gemüte geführt hatte in seiner Ricotta-Feuchtigkeit, befand ich, dass Zitrone ihm doch bestimmt eine feine, sommerliche Frische hinzufügen würde. Passt hervorragend, wie ich mich beim Verzehr des oben abgebildeten Stücks überzeugen konnte.

Hier geht’s zum Rezept.

Aprikosensaison!


Aprikosenstreusel

… ist momentan natürlich mitnichten. Trotzdem habe ich letzte Woche in den Bergen bei tiefwinterlichen Verhältnissen einen Aprikosenkuchen gegessen, der dermassen intensiv nach der orangen Steinfrucht geschmeckt hat, dass meine Lust nach mehr geweckt wurde.

Die Saison für diese fleischigen Früchte mit dem wunderbaren Aroma ist erst im Sommer. Was also hat ein Aprikosenkuchen im Winter verloren? Saisonale Köstlichkeiten sind doch eine feine Sache: sie dann zubereiten, wenn der Boden die Zutaten hergibt, und sich die restliche Zeit des Jahres darauf freuen, bis es wieder soweit ist. Saisonal kochen verleiht dem Jahr kulinarische Struktur: Wintergemüse in der kalten Jahreszeit, im Februar folgt an geschützten Lagen der Bärlauch mit den ersten zarten Blättern, später dann der Waldmeister mit seinem Cumarin-Aroma für die Maibowle, dann blüht der Schwarze Holunder undsoweiter. Ich kann’s jeweils kaum erwarten, bis die Zeit jeder Spezialität gekommen ist.

Aber wir wollen mal nicht päpstlicher sein als der Papst: wenn’s geht saisonal, wenn’s sein muss, lassen wir fünfe auch mal gerade sein und essen Aprikosenkuchen im Winter. Was zur nächsten Frage führt: Wo zum Henker hat der Bäcker der wunderbaren Süssigkeit in dieser Jahreszeit überhaupt Aprikosen herbekommen? Frisch habe ich die seit Sommer in keinem Verkaufsregal mehr gesehen, weshalb sie nach ihrem Verschwinden jeweils bis zum nächstjährigen Auftauchen von meinem Radarschirm verschwunden sind.

Für die Verfügbarkeit mitten im Winter kann es eigentlich nur eine Erklärung geben: die müssen die Zeit von der Ernte bis heute tiefgefroren überdauert haben. Sofort via Smartphone die Online-Shops von Coop und Migros durchsucht: tatsächlich, gibt es bei beiden, halbiert und entsteint, bei Migros sogar in der Bio-Variante aus Ungarn. Und ich hatte die nie gesehen? Unglaublich.

Am Samstagmittag war ich aus den Ferien zurück, zwei Stunden später lag das Objekt meiner Begierde im Einkaufskorb, am Sonntagmorgen wanderte der Inhalt des Beutels eingepackt in Mürbeteig, aufgefüllt mit Eier-Rahm-Guss und bedeckt mit Streuseln in den vorgeheizten Backofen.

Hier geht’s zum Rezept.

Apfelstreuselkuchen – proppenvoll und saftig


Apfelstreuselkuchen

Gibt eigentlich nicht viel zu sagen zu dem hier. Nach etwa 50maligem Betrachten im Web habe ich mir sie endlich gekauft, diese Maschine, die in ca. 20 Sekunden einen ganzen Apfel schält, entkernt und in gleichmässig dicke Ringe, bzw. in eine Spirale schneidet. Jetzt will sie amortisiert werden. Süssigkeiten mit Äpfeln drin stehen deshalb enorm hoch im Kurs.

So wie die seinerzeit geschenkt gekriegte Kenwood-Küchenmaschine meine ganze Backtätigkeit überhaupt erst in Gang brachte, so dürfte sich mit der Anschaffung dieses Geräts der Anteil an Apfeldesserts künftig markant erhöhen. Tarte Tatin zum Beispiel wird’s wohl noch häufiger geben. Oder Apfelstreuselkuchen.

Apfelschaelmaschine

Es gibt Rezepte mit Rührteig, die eine eher kuchige Konsistenz haben. Oder solche mit einem Boden aus gestampften Streuseln und einer Quarkfüllung. Der hier aber, der sollte richtig fett bepackt sein mit Äpfeln – fast schon gesund. Nur eine dünne Schicht Mürbeteig, der Rest dampfgegarte Äpfel, die Zwischenräume mit einem Eier-Rahm-Guss gefüllt, das Ganze mit einem Streuseldeckel dicht gemacht. Der weiter unten beschriebene Back-Aufbau mit Tortenring und gelochter Backschale trägt das Seine dazu bei, dass auch hier der Teig überall perfekt durchgebacken wird.

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Der letzte seiner Art


Schoggi 4 Monate

Ganz an den angestrebten Einwochenrhythmus hatte ich mich bei diesem Schokoladeküchlein-Langzeithaltbarkeitstest nicht gehalten. Wider Erwarten hatte ich sie jedoch nicht schneller als geplant gegessen, sondern langsamer. Der Verzehr des letzten ist zwar schon ein Weilchen her, der Vollständigkeit halber soll hier aber noch der Schlussbericht folgen.

Genau vier statt drei Monate nach dem Backdatum hat der Inhalt von Weck-Glas Nr. 12 seinen Weg in meinen Magen gefunden. Vorgegangen bin ich bei diesem letzten Exemplar wie jedes Mal: das Küchlein angeschaut, Deckel weg, Nase rein, probehalber wenig gegessen. Hatte ein Schoggiküchlein diese Hürden bis hierher geschafft, habe ich auch noch den Rest vertilgt. Als letzte Kontrollinstanz hat mein Magen auch bei diesem letzten Küchlein Entwarnung gegeben: alles in bester Ordnung, keine besonderen Vorkommnisse.

Wie sich andere Kuchen punkto Dauerhaltbarkeit gebärden, kann ich nicht beurteilen. Aber zumindest für meinen Schokoladekuchen, der im Wesentlichen aus Schokolade, Butter, Nussmehl, Zucker und Eiern besteht, kann ich sagen: luftdicht verschlossen und nicht mal im Kühlschrank gelagert übersteht er vier Monate ohne Qualitätsverlust. Etwas kompakter ist er geworden im Verlaufe der Zeit, aber nach wie vor sehr feucht.

Luxus-Tiroler


Tirolercake

Zugegeben: sieht nicht wie ein Tirolercake aus, sondern wie ein Kuchen. Ein Cake heisst hierzulande Cake, wenn er in einer Kastenform gebacken wurde. Ausser man kenne nur den Originalnamen, wie etwa beim „Cheesecake“, dann darf der Cake auch rund sein. Auf alle Fälle habe ich trotz intensiver Backtätigkeit noch immer keine Kastenform, drum back‘ ich Kuchen.

Gebacken habe ich den Tiroler aber nicht wegen obiger Wortklauberei, sondern aufgrund meiner Vorliebe für geröstete, piemontesische Haselnüsse. Von denen hatte ich noch ein paar übrig und mir gedacht, dass sich daraus eine prima Luxusvariante des Haselnusscakes machen lassen müsste. So richtig mit Konsistenz, mit groben Stücken von Haselnüssen und Schokolade drin.

200 g geröstete Haselnüsse habe ich deshalb mit einer mittelfeinen Trommel in der Trommelreibe gemahlen, weitere 50 g mit der Scheibentrommel, was zu den gewünschten groben Haselnussstücken geführt hat. Und wenn schon Luxus, dann darf’s auch luxuriöse Schokolade sein: statt profane dunkle Schokolade haben Couverture-Chips von Felchlin den Weg in den Kuchen gefunden. Die sind nicht nur edel, sondern haben auch die richtige Grösse.

Hier geht’s zum Rezept.

Safran-Schokoladekuchen


Safranschokoladekuchen

Abgesehen von Spezialkuchen und -torten wie Osterkuchen, Heidelbeerkuchen, Bündner Nusstorte, etc. unterteile ich das, was ich an Kuchigem im allgemeinen so backe, in zwei Sorten: Kuchen, deren Masse zur Hauptsache aus Nussmehl und schaumig geschlagenen Eiern besteht und solche, die das gleiche mit Mehl und Backpulver hinkriegen. Der Rest besteht aus einer Variation von verschiedenen Zutaten wie Schokolade, Gewürzen, Nüssen, etc., die dann den Kuchen zu dem machen, was er ist.

Warum der ganze Sermon? Weil ich letzthin das gefühlte 20. Rezept für einen neuen Schokoladekuchen ausprobiert hatte. Getönt hatte es beim Lesen nach der Mutter aller Schokoladekuchen, mit viel von der namensgebenden Zutat drin, plus geröstete Haselnüsse. Rausgekommen ist:  bloss ein weiterer Schokoladekuchen – durchaus gut zwar, feucht, sehr schokoladig, aber eben…  Dann kam mir die Idee, das Rezept abzuändern. Statt die Haselnussmasse mit flüssiger Schokolade braun zu machen – machen wir sie doch gelb! Safran ist neben Zimt und einigen Doldenblütler-Samen wie Fenchel oder Anis meiner Meinung nach eines der wenigen Gewürze, die sich auch für eine süsse Anwendung eignen.

Schon der erste Wurf war ziemlich genau so rausgekommen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Gelb, Safrangeschmack, Schoggimocken, geröstete Haselnüsse drin – hier geht’s zum Rezept.

Heidelbeerkuchen


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Kuchen, Kuchen, Kuchen… noch nie hat mich das Thema dermassen in seinen Bann gezogen wie gerade im Moment.

Ostern ist zwar erst in anderthalb Monaten, den gleichnamigen Kuchen habe ich aber bereits zweimal gebacken. Bündner Nusstorte ist eigentlich ein Dauerbrenner – was anderes soll man denn auch bloss mit 4 kg Pekannüssen anfangen. Schokoladekuchen, mein Einstieg vor einigen Jahren in die Kuchenwelt, musste gerade vor ein paar Tagen sein, da war noch Schokolade seit längerer Zeit offen. Fuatscha da marruns, der Marronikuchen, den man auch im Weck-Glas kaufen kann, ist auch noch nicht lange her. Tarte Tatin schmeckt immer gut, kann gleich vor den Augen des Besuchs gemacht werden und verbreitet beim Backen einen herrlichen Geruch in der Wohnung.

Der erste Heidelbeerkuchen – ein traumatisches Erlebnis

Und jetzt also auch noch Heidelbeerkuchen. Erstmals angetroffen vor einigen Jahren in der Boval-SAC-Hütte im Engadin. Eiskalt angelogen hatte mich der Küchenmitarbeiter, bei dem ich mich nach dem Rezept erkundigt hatte. Ich solle gefrorene Heidelbeeren nehmen, hatte er gemeint, die würden auf dem Rührteig obenauf schwimmen. Von wegen. Abgesoffen sind sie und haben sich auf dem Teigboden gesammelt. Nächstes Rencontre mit dem praktisch gleichen Kuchen: in der Auvergne, der herrlichen Vulkanlandschaft des Massif central in Frankreich, wo es die kleinen, feinen, blauen Beeren zuhauf gibt. Da kam ich dann im Postkartenformat ans richtige Rezept ran, und das war auch gar nicht so schwierig zum nachbacken. Und seit ich den Mürbeteig nicht mehr fixfertig kaufe, sondern selber mache (Kenwood Chef sei Dank…), hat er gleich nochmals dazugewonnen.

Hier  geht’s zum Rezept.