Neues aus der Rösterei


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Haselnüsse sind nicht gleich Haselnüsse. Erstens gibt es verschiedene Sorten, die je nach klimatischen Bedingungen kultiviert werden, und dann liegt noch ein gewichtiger Unterschied darin, ob man sie geröstet verzehrt oder roh.

Bis vor kurzem sagten mir Haselnüsse, also jetzt einfach so ohne Schokoladeummantelung oder anderweitig veredelt, nicht sehr viel. Auf alle Fälle nicht soviel, dass ich eine Handvoll davon schwungvoll in den Mund befördert hätte, wie ich das mit Erdnüssen jeweils tue. Klar, gemahlen verwende ich sie für Nussgipfel oder Marronikuchen, in ganzer Form beispielsweise im Birnenbrot. Im Piemont kann man sie auf Märkten oder in Delikatessgeschäften kiloweise kaufen, und zwar geröstet und enthäutet. Die dort verwendete Sorte, die dem Vernehmen nach zu den besten Röstergebnissen mit den feinsten Aromen führt, nennt sich „Tonda gentile „.

Genau davon hatte ich vor kurzem wieder probiert – und konnte beinahe nicht mehr aufhören, eine um die andere aus der Tüte zu klauben. Die Assoziation, die ich nach den ersten paar Nüssen hatte: die schmecken genau wie jene in Nussschokoladen. Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass dafür die geröstete Variante verwendet wird, allerdings esse ich auch meist andere Schokoladen.

Auf alle Fälle haben sie es mir jetzt angetan, diese gerösteten Haselnüsse ohne irgendetwas dran. Beim nächsten Blick in der Küche ins Fach mit den Dörrfrüchten, Nüssen und anderen Backzutaten sprang mir sogleich ein geöffneter Beutel mit Bio-Haselnüssen ins Auge. Herkunft: Türkei, einer der weltweit grössten Haselnussproduzenten. Wer mich kennt weiss, was jetzt kommt: die Frage „kann man die auch selber rösten?“ Oder kommt beim Selbstversuch mit den profanen Nüssen vom Grossverteiler bloss ein geschmackloser Abklatsch des Vergleichsmaterials aus dem Piemont raus?

Man kann. Nichts einfacher als das. Im Internet gegrübelt und gleich ausprobiert. Ich habe kaum einen Unterschied zu den gekauften aus dem Piemont festgestellt. Vielleicht war’s ja zufälligerweise die richtige Sorte. Ich vermute aber, dass es vor allem ein geschicktes Händchen beim Rösten braucht, bzw. der richtige Zeitpunkt muss erwischt werden.

Und so geht’s:

Backofen auf 160 °C vorheizen (Unter- und Oberhitze). Backbleck herausnehmen, Nüsse auf dem Blech verteilen, ab in die Ofenmitte damit. Sobald die Häute nach etwa 15 bis 20 Minuten schön dunkelbraun (nicht schwarz!) gefärbt sind Blech herausnehmen, mit einem sauberen Küchentuch bedecken, 10 Minuten warten. Anschliessend max. 200 g Haselnüsse auf das Tuch legen, die vier Zipfel zusammenschliessen und die Nüsse im Tuch aneinanderreiben, bis die Häute weg sind und darunter eine schön hellbraun geröstete Haselnuss hervorkommt. Die Nüsse vor  Verzehr, Weiterverwendung oder Lagern noch vollständig auskühlen lassen.

Meine nächste Nusstorte wird wohl eine Haselnusstorte sein. Geröstet, versteht sich. Ins Birnenbrot kommen ebenfalls nur noch die nackten hellbraunen. Ins Piemont muss ich jetzt nicht mehr für diese Nüsse. Aber glücklicherweise gibt es da noch massenhaft Gianduiotti, die ich noch nicht probiert habe.

 

2 Kommentare zu „Neues aus der Rösterei“

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