100% Natur, made in Iran


datteln

Vor gar nicht allzu langer Zeit in meiner kulinarischen Lieblings-Stöberecke, dem kleinen Lebensmittelmarkt unweit unserer Wohnung mit seinem Sammelsurium an Produkten von Asien bis nach Italien: ich hatte sie gar nicht gesucht, aber die Aufschrift auf der Kartonschachtel, die da zwischen den Früchten lag, hatte meine Aufmerksamkeit erregt. Ins Auge gesprungen war mir die Aufschrift „Frische Datteln“. Frisch? Die kann man auch anders als getrocknet essen? Wusste ich nicht, und musste ergo probiert werden.

Wie sowas aussieht, liess sich noch vor dem Kauf klären: Deckel von der Schachtel nehmen, anschauen. Fein säuberlich aneinandergereiht präsentierten sich da dunkelbraune Datteln, vier Stück in der Breite, vier Stück in der Länge, drei Lagen. Macht 48. Soviel anders als das, was ich kenne, sah das nicht aus. Etwas grösser und fleischiger vielleicht, aber auf alle Fälle so, dass ich unbedingt wissen wollte, wie die schmecken.

Ich hatte nach dem Bezahlen noch nicht mal die Ladentür erreicht, da hatte ich die Schachtel bereits geöffnet und klaubte eine Frucht raus. Sie fühlte sich nicht klebrig an, wie andere Datteln dies gemeinhin so tun. Eher wachsig wie die Oberfläche eine Zwetschge, ausserdem sehr weich und fleischig. Problemlos liess sie sich in zwei Hälften teilen, um den Stein zu entfernen. Zuckersüss war die Frucht, mit feinem Dattelaroma, das Fruchtfleisch so weich, dass man es als Brotaufstrich verwenden könnte. Nochmals eine reingeschoben, nach der zweiten war der Fall klar: gleich wieder rein in den Laden und mir auch noch die anderen beiden Kartonschachteln mit 650 Gramm Inhalt unter den Nagel reissen. Die überlasse ich doch nicht einfach sonstwem.

Herkunftsland dieses zuckersüssen Naturprodukts ist Iran, nach Ägypten der zweitgrösste Dattelproduzent der Welt. War dann wohl das erste Produkt aus dem Gottesstaat, das ich gegessen habe. Und gleich dieses erste Produkt ist auch zum festen Bestandteil unseres Vorratsschranks geworden. Was für ein himmelweiter Unterschied zu diesen zäh-klebrigen Dingern aus den mit Klarsichtfolie umwickelten, flachen Plastikschälchen. Die mit dem Plastikspiess drin, damit man keine klebrigen Finger bekommt und bei denen man sich fragt, warum man sowas Aromaloses essen soll. Diese frischen hier aus dem Iran, die sind eine Delikatesse.

Wer nicht wie ich seinen Türkenladen ums Eck hat, findet die Dinger in Feinkostgeschäften oder auf Wochenmärkten bei Gemüse- und Früchtehändlern, wie ich mittlerweile rausgefunden habe. Wer sie ebenfalls probieren möchte, an den genannten Orten jedoch nicht fündig wird, hat im Internet schnell Erfolg: einfach «Frische Datteln Iran» googeln (meine sind von „Pamir“), bei einem der zahlreichen Online-Shops bestellen und bequem nach Hause liefern lassen. Sie sind jeden Rappen wert, ich versprech’s.

5 Kommentare zu „100% Natur, made in Iran“

  1. Bei den Datteln bin ich voll auf Deiner Linie: Frisch sind sie himmlisch! Getrocknet sind sie eine der ungelösten Fragen: Weshalb gibt es so ein Produkt? Wer kauft dieses Produkt? Warum werden wunderbare Früchte derart misshandelt?

    1. Gell! Seit ich weiss, wie wunderbar Datteln schmecken können, frage ich mich das auch. Ich schätze, man trocknet sie der Haltbarkeit wegen, aber wenn ich auf der Verpackung lese, dass auch für diese frischen das Ablaufdatum Ende März 2017 ist, dann ist das wohl kaum nötig.

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