Saftig-saisonales, süss-saures aus dem Früchtekorb: Mispeln


Gelauert hat das Unbekannte mal wieder um die Ecke: bei meinem Lieblings-Lebensmittelladen im Quartier, bei Zoran. Wobei, so ganz unbekannt war mir die orange Frucht mit der glatten Haut nicht: in Korsika hatte ich sie schon an Bäumen gesehen, auf den Märkten waren sie dort mit „Nèfles“ angeschrieben, was mich damals veranlasst hatte nachzuschauen, worum es sich denn bei der unbekannten Frucht handelt: eine Mispel.

Genau genommen: Japanische Wollmispeln. Ursprünglich in Asien beheimatet, findet man sie heutzutage im ganzen Mittelmeerraum. Angeschrieben waren sie bei Zoran mit „Nespole“, gehören tut die Pflanze – wie etwa auch Äpfel und Birnen – zu den Kernobstgewächsen.

Ihr Fleisch ist saftig, durch die ausgewogene Süsse und Säure sehr frisch und erinnert im Geschmack an Birnen. Schneidet man sie auf, findet man im Innern ein paar kompakt aneinandergeschmiegte Samen, die sich leicht entfernen lassen. Ebenso kann man mit Daumen und Zeigefinger die „Fliege“ von der halbierten Frucht  problemlos wegklauben. Die Haut lässt sich leicht abziehen, was aber meines Erachtens nicht nötig ist – sie trübt den Genuss in keiner Weise. Und die braunen Flecken auf der Haut sind übrigens kein Makel, sondern ein Zeichen, dass die Früchte reif sind.

Nachdem ich ein paar roh genossen hatte, war mir sofort klar, was ich als nächstes damit anstellen würde: verbacken in einen Streuselkuchen, erinnern sie doch in Konsistenz und Grösse an eine meiner sommerlichen Lieblingsfrüchte, die Aprikose.

Gesagt, getan: nachdem ich mir nochmals ein Kilogramm der Früchte gekauft hatte, ging es ans Werk. Verwendet habe ich das gleiche Rezept wie für Aprikosenstreuselkuchen, das Resultat war überaus erfrischend in seiner Süsssäuerlichkeit und Aromatik – die perfekte Überbrückung, bis man Aprikosen frisch bekommt. Bis dann werden die Loquats, wie sie auch heissen, wieder verschwunden sein.

Wo kaufen? Beim kleinen, unabhängigen Früchte- und Gemüsehändler, dessen Heimat wahrscheinlich die Türkei, Mazedonien oder der Libanon ist.

Hier geht’s zum Rezept für den Mispelstreuselkuchen.

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2 Kommentare zu „Saftig-saisonales, süss-saures aus dem Früchtekorb: Mispeln“

  1. Sieht lecker aus. Ich habe vorletzte Woche die Frucht kennengelernt, als ich sie von einem Baum im Süden Portugals gepflückt habe. Dann war sie noch leicht säuerlich, und trotzdem lecker.

  2. Gell, die ist fein! Zum so essen, aber auch als geschmacks- und konsistenzbestimmende Komponente im Kuchen. Meine Arbeitskollegen auf alle Fälle befanden das Dessert als mindestens so gut wie den Aprikosenstreuselkuchen.

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